Etang Loison - High Banks: Immer wieder Frankreich!

Als wir freitags das Auto beladen, trennen uns noch um die 400 km von unserem Ziel in Nordfrankreich- Etangs Loison High Banks. Das Auto ist von unten bis oben randvoll, aber ein echter Karpfenangler hat ja bekanntlich lieber etwas mehr dabei. Da spielt es keine Rolle, dass unsere Session aus zeitlichen Gründen nicht länger als vier Tage dauern sollte. Wochenlang hatten wir uns auf den Trip vorbereitet und so hofften wir natürlich auch den ein oder anderen schönen Fisch zu fangen.
Samstagmorgens ging’s dann endlich los- auch die Fahrt verlief zunächst ganz gut. In dem nahe gelegenen Dorf angekommen, gestaltete es sich trotz Wegbeschreibung allerdings als äußerst kompliziert den See zu finden. Wir benötigen dazu eine ganze Stunde, genießen aber nebenher die Fahrt durch die idyllische Landschaft. Weit und breit nichts als Felder, Kuhweiden und moorige Wälder. Hier ist die Natur noch unberührt- hier gibt es keinen Lärm, keine Industrie und alles ist sauber. Wer Ruhe sucht, wird sie an diesen Seen ganz bestimmt finden. Ein kleines Paradies das im Kontrast zu unseren lauten und verschmutzen Städten steht.
Als wir dann endlich am High Banks ankamen, wurden wir zunächst von Jeremy (dem Besitzer) freundlich begrüßt. Bei einem Getränk vor seinem Häuschen erzählte er uns gleich von den letzten Sessions. Wir waren von den guten Fängen beeindruckt und konnten es kaum erwarten loszulegen. Beim anschließenden Rundgang um den See zeigte uns Jeremy gute Plätze und verriet uns einige Geheimnisse des Sees. Er stellte uns auch seine eigenen Boilies vor, die er bei Nash produzieren lässt: Peperoni Fish und Ananasboilies. Diese kann man immer vor Ort kaufen, wer wie wir auch aber lieber seine eigenen Baits fischt, wird nicht weniger Erfolge haben. Der See ist gut gepflegt und es gibt ausreichend Angelplätze, selbst für unser großes Anaconda Fortress Giant war genug Platz. Jeremy ist wirklich ein sehr hilfsbereiter und offener Mensch, er brachte uns bei seinen Einkäufen immer die gewünschten Lebensmittel mit und schrieb alle Ausgaben sorgfältig auf. Auf Wunsch wärmt er zum Duschen das Wasser und seine Handys oder andere elektronische Geräte kann man immer morgens oder abends im Clubhouse laden.
Der See ist von der Form her in die Länge gestreckt und das Wasser ist recht trüb. Insgesamt würden wir ihn als recht strukturarm bezeichnen, dennoch gibt es vereinzelte Hot-Spots. Mit der Lotrute finden wir ein paar Kanten und Vertiefungen. Wir beschließen 2 unserer Ruten dort abzulegen. Außerdem verläuft in der Seemitte eine Art Rinne, welche von den Karpfen vermutlich zum Fressen aufgesucht wird. Dort legen wir zwei weitere Ruten ab. Unsere letzten beiden Ruten fischen wir an überhängenden Bäumen in Ufernähe. Als unser Camp steht beginnen wir mit dem Füttern. Pro Rute füttern wir zunächst um die 3kg Scottish Niggard gemischt mit Heilbuttpellets. Sollten die Fische am Platz sein, muss dann konsequent nachgefüttert werden.
Wir haben nicht viel Zeit für große Experimente, deshalb vertrauen wir von Anfang an auf unsere Favoriten #007 und #69 als Hakenköder. Im Vorfeld hatten wir erfahren, dass fischige Boilies an diesem Gewässer den fruchtigen weit überlegen sind. Pop-Ups hätten aufgrund des sehr trüben Wasser auch keinen Sinn gemacht, deshalb verzichteten wir darauf. Visuelle Anreize bringen hier keinen Erfolg. Umso wichtiger dagegen ist die Arbeit mit geschmacklichen Attraktoren. Dips und Flavour spielen deshalb eine sehr wichtige Rolle da sie den Wahrnehmbarkeitsbereich unseres Hakenköders deutlich steigern. Zu jedem Boilie verwenden wir den passenden Dip, sinnvoll ist auch das Dippen über mehrere Stunden. „The Cloud“ und der unverwechselbare 21 Flavour dürfen natürlich auch nicht fehlen.
Als unsere Ruten ausgelegt sind, genießen wir die freie Zeit und erholen uns von der Fahrt. Allerdings machen wir leider auch mit den riesigen Ratten Bekanntschaft, denen es im Brombeergestrüpp direkt hinter unserem Zelt offenbar ganz gut gefällt. Angezogen von unserem Essen und den Futtersäcken rennen diese auch tagsüber immer wieder zwischen unseren Ruten umher. Wir hoffen bloß, dass nachts keine Ratte auf die Idee kommt, sich mal in unserem Zelt umzuschauen…
Jedenfalls tut sich bis zur Nacht nichts mehr uns so machen so machen wir es uns auf den Liegen bequem. Trotz den vielen Ratten die um unser Zelt herumrennen, schlafen wir aus Müdigkeit schnell ein. Geweckt werden wir von meinem Bissanzeiger mitten in der Nacht. Nach einem intensiven Drill liegt der kampfstarke Spiegler endlich auf der Matte. Die Waage bleibt bei knapp 15 kg stehen. Ein wirklich guter Anfang. Da es schüttet wie aus Kübeln verzichte ich auf ein Bild und lass den Fisch sofort wieder schwimmen. Bis zum nächsten Morgen tut sich nichts mehr und das Wetter macht uns auch einen Strich durch die Rechnung. Über einen Tag lang hört es keine Sekunde auf zu regnen, was auch gar nicht nach dem Geschmack der Karpfen ist. Das Wasser flutet langsam aber sich unser Zelt und wir retten uns auf unsere Liegen, in der Hoffnung dass es doch noch irgendwann aufhört zu regnen. In der Nacht ist es dann endlich soweit und prompt legt Tim einen schönen Spiegler nach.
Dieser Fisch war die Wende, jetzt nach dem starken Regen waren die Fische aktiv auf Nahrungssuche. Wir fingen in der Nacht noch zwei weitere Fische mit 12 und 13 kg. Am nächsten Morgen fütterten wir nochmal nach. Im Blickfeld hatte ich vor allem auch den ufernahen Spod an einem überhängenden Busch, von dem ich mir besonders viel erhoffte. Doch zunächst war am Mittag Tim an der Reihe und legte einen weiteren Spiegler nach.
Bis zur Nacht biss noch ein Schuppi mit knapp 10kg. Es war schon unser letzter Abend und wir waren gespannt was uns die letzte Nacht noch an Überraschungen bereit halten würde. Und tatsächlich, um Mitternacht lief meine Rute ab, die ich direkt an dem überhängenden Busch abgelegt hatte. Ich merkte sofort, dass es ein besserer Fisch ist und nachdem wir den Fisch gewogen hatten, gibt es keine Zweifel mehr: Knappe 18kg hat mein vollgefressener Frankreichspiegler. Dem Fisch zuliebe fotografierten wir ihn sofort bei Nacht und entließen ihn wieder in sein Element.
Mit diesem Fisch war unser Frankreichtrip nun endgültig perfekt. Am nächsten Morgen packten wir zusammen und treten mit gemischten Gefühlen die Heimreise an. Einerseits hatten wir einen der besten Fische des Sees bereits gefangen, andererseits wurden die Bedingungen immer besser und der See hätte uns sicher noch den ein oder anderen Schatz offenbart. Wer weiß, vielleicht werden wir ja irgendwann wieder zurückkehren…Bis dahin heißt es aber jetzt im Herbst nochmal anzugreifen.
Euch allen wünschen wir jedenfalls einen von Erfolg geprägten Herbst!
Bedanken möchten wir uns vor allem bei Jeroen Albers für die Hilfe bei der Buchung und der Entscheidung für das richtige Gewässer. Ein Mann, auf den wirklich Verlass ist und mit Tipps nicht spart.
Ebenfalls bedanken möchten wir uns bei Jeremy für die ganze Hilfe vor Ort. Wir hatten gemeinsam eine schöne Zeit am High Banks.
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Jeroen

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