Last-Minute-Urlaub am Domaine de la Ribiere

Beitrage The Carp Specialist auf 16-08-2017

Domaine de la Ribiere ist einer der schwierigsten Seen im Programm von „The Carp Specialist“. Dieser See beherbergt wunderschöne und schwere Karpfen, welche alles andere als einfach zu fangen sind. Aufgrund der Tatsache, dass Angler aus aller Welt hier fischen, kennen die Fische die meisten Tricks. Besonders dieser Umstand macht den See für gewisse Zielgruppen mehr als beliebt. So fuhren Jeroen, seine Lebensgefährtin Wendy im Juli 2017 ebenfalls an den Ribiere. Jeroen beschreibt im Folgenden ihre Session.

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Es passiert nicht selten, dass wir uns in letzter Minute dazu entscheiden, in den Urlaub zu fahren – so wie auch dieses Mal. Wendy hatte zwei Möglichkeiten, wann sie von ihrer Arbeit Urlaub nehmen kann. Der Vorteil als Reiseveranstalter liegt besonders darin, dass man unter 40 verschiedenen Seen schnell eine Wahl treffen kann. Meine Arbeit kann ich quasi von überall aus erledigen – so haben wir uns das eingerichtet. Wendy wollte Folgendes haben: Einen Swimmingpool und eine Unterkunft, in die auch unsere beiden Vierbeiner Zorro und Muppet mitkommen konnten. Ich wollte eigentlich nur schöne und große Fische haben. Ich checke in den Kalendern einige Seen, an denen alles machbar ist. Da es Hochsaison ist, sind bereits viele Seen ausgebucht, jedoch gibt es glücklicherweise noch zwei freie Plätze am beliebten Ribiere. Vor Kurzem waren zwei Angler abgesprungen und die Stelle 8 und 9 wurden frei. Wir sind uns schnell einig und füllen die Anfrage aus. Zwei Wochen später haben wir die Angelsachen gepackt und es geht los an den Ribiere.

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Wir kommen um ca. 18 Uhr nahe der Stadt Pageas an, wo der Ribiere liegt. Nach einem Smalltalk mit David und Heidi, den Besitzern, richten wir unsere Wohnung ein. Etwas später kommen auch Sascha, Sarah und der Deutsche Pinscher Lu an. Saschas mittlerweile vierter Ribiere-Trip beginnt an Stelle 4, an der er letztes Jahr sehr erfolgreich war. Nur leider war es für Sascha dieses Mal nicht so von Erfolg gekrönt. Auch das ist typisch für Ribiere…

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Seit David und Heidi letztes Jahr Ribiere übernommen haben, hat sich viel im positiven Sinn geändert. Die Ferienhäuser wurden renoviert und es gibt komplett neue und moderne Sanitäranlagen – ideal, wenn die Frau oder Familie mitkommt. In der Ferienwohnung übernachten wir, um am anderen Tag relaxt mit Angeln zu beginnen. Darüber hinaus ist David ein sehr guter Gastgeber, der sich mit dem See auskennt und jedem Angler hilft, Erfolg zu haben.

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Am Samstagmorgen geht es los, Stelle 8/9 ist von den anderen Stellen wie abgeschottet. Man bekommt von den anderen Anglern am See nichts mit. Der Boden bietet hier sehr viele und gute Möglichkeiten, da der See hier mit Tiefen von 70cm bis 2,5m am flachsten ist. Davon war ich ehrlich gesagt sehr positiv überrascht, denn die meisten Angler reden bei den Stellen 1, 2, 3, 4 und 7 von den Topplätzen. Aber da wir eine Last-Minute-Buchung hatten, war es uns egal, welche Stelle wir hatten. Mit einem reichen Besatz wie man ihn hier findet, kann jede Stelle Fisch bringen. Oft machen die kleinen Details den Unterschied zwischen einer guten und schlechten Woche aus. Meine vier letzten Sessions am Ribiere verliefen bis auf eine immer sehr zäh und schwierig. Ich weiß auch nicht, was ich falsch gemacht hatte. Dieses Mal hatte ich ein bisschen was geändert. Dazu habe ich auch Infos von Markus und Thomas eingeholt. Die beiden waren schon mehrfach erfolgreich am Ribiere und ich war neugierig, was sie für mich an Tipps hatten. Diese Informationen hatten bestimmt großen Einfluss auf meine Woche – vielen Dank noch einmal an dieser Stelle, Jungs!

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Der erste Tag verlief kurz gesagt ekelhaft. Ich musste drei Zelte aufbauen – warum wollten wir eigentlich campen!? Dann flog auch noch mein Futterboot in die Äste am anderen Ufer und um 20h hatten wir etwas „Theater“ mit einem Angler, der glaubte, uns „seine“ Regeln vorschreiben zu müssen. Ich war sehr froh, als die Nacht anfing. 00:30 Uhr: Piep piep – der Delkim ging los. Ich hatte meinen ersten Biss. Nach einem kurzen und komischen Drill kam der erste Fisch in den Kescher, nur war es leider kein Karpfen. Genau das passte prima zu diesem Anfang. Da ich ein schlechtes Gefühl hatte, wie und wo die Ruten liegen, beschloss ich, am anderen Morgen alle drei Ruten einzuholen. So sollten die Fische mehr Raum zum Bewegen haben und sich demnach vielleicht auch zeigen, wo sie aktiv sind.

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Genau das passierte. Gründelnde Fische zogen am Morgen vom Bereich der Stelle 7 zu 8 und da keine Schnüre im Wasser waren, konnten sie reichlich Würmer und Zuckmückenlarven im Schlamm finden. Obwohl hier fast immer ans gegenüberliegende Ufer gefischt wird, entschloss ich mich dazu, die Ruten nicht weiter als bis zur Seemitte zu legen, da hier a) die Fische aktiv waren und ich b) möglichst viel freien Raum für die Fische schaffen konnte. Um Mittag rum waren die Fische komischerweise aus dem Areal gezogen und ich konnte ruhig mir Markerrute und Futterboot die Spots genau suchen, abspeichern und anfüttern.

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Die Idee war es, Stelle 8 komplett bis Dienstag frei von Schnurdruck zu halten und dann nur Stelle 9 zu befischen. Zweimal pro Tag fütterte ich 1,5 – 2kg Fischmehlboilies in den Größen 15mm und 20mm ab der Seemitte bis zum anderen Ufer. Diese verteilte ich sehr großflächig. Auf Stelle 9 hatte ich einige interessante Spots gefunden. Zwei Spots um das alte Flussbett und ein sehr markanter Spot in der Mitte. Dieser Spot war ein kleines Loch von vielleicht 1m² und nur 20cm tiefer als der Rest. Das musste ein Fraßloch und somit ein Hotspot sein! Mit Hilfe eines GPS´ und eines guten Echolots konnte ich diese Stelle immer wieder finden.

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Meine Strategie war also festgelegt – das hatte vorher nie bei mir funktioniert. Die zweite Nacht brach an und um 01:00 Uhr hatte ich zwei Bleeps. Ein Biss im Fraßloch! Langsam, aber sicher bewegte sich der Fisch voran. Keine schnellen Fluchten oder dergleichen lassen immer auf einen besseren Fisch schließen, wenn nicht auf einen der Ribiere-Giganten. Kontrolliert kam der Fisch an meine Uferseite bis es noch ca. 40m waren. Und plötzlich: Druck weg! NEIN! Ausgeschlitzt! Mist!

Es fliegen 1000 Gedanken an mir vorbei, aber ich komme zu keiner Lösung. Am nächsten Morgen nehme ich die Ruten raus. Zuerst binde ich 20 neue Rigs. Dieses Mal mit 6er Haken und nicht wie davor mit 8er. Alle Ruten werden auf ein Standard-Rig umgerüstet. Ein 15lb-Kombi-Rig von 16-18cm mit geschärftem Haken (Kurv Shank und Krank X) soll es sein.

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Die Spots auf der Stelle 8 bleiben nach wie vor unter Futter, um am kommenden Abend zum ersten Mal dort eine Rute abzulegen. In der letzten Nacht sind dort viele Fische gesprungen, weshalb die Hoffnung auf einen Biss groß ist. Es läuft zuerst wieder die Rute im Fraßloch ab. Vorsichtig kommt der Fisch an den Kescher und nach einem normalen Drill ist der erste Ribiere-Karpfen auf der Habenseite. Es ist auch direkt ein dickes Weibchen. Vorsichtig knipsen Wendy und ich die Bilder, bevor ich ihn wieder schwimmen lasse und die Rute neu lege. Als es hell wird, bin ich etwas enttäuscht, dass die gefütterte Stelle keinen Biss gebracht hat, obwohl Fische im Bereich sind. Es ist zum Verrücktwerden…

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Während des Frühstücks kreischt der Delkim los – die linke Rute am Futterplatz! Nach einigen Minuten Drill ist auch der zweite Fisch der Session eingenetzt. Das Vertrauen wächst langsam, aber sicher. Gegen Ende des Morgens nehme ich die Ruten wieder raus, füttere die Stellen und nach dem Abendessen geht es mit Angeln weiter. Dieses Ritual wiederholt sich die gesamte Woche. Füttern, Arbeiten und abends Ruten legen.

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Bis zum Donnerstagmorgen verläuft die Session nach Wunsch. Eine Nacht hatten wir ein unglaublich heftiges Gewitter und am Mittwoch hatten wir endlich 30 Grad, sodass wir endlich einen Sprung in den Swimmingpool machen konnten. Für uns beide verläuft der Urlaub prima. Wendy hat ihre Sonne, die Hunde sind gut drauf und zufrieden und ich fange hin und wieder einen schönen Fisch.

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Am Donnerstagabend entscheide ich mich, zum ersten Mal das gegenüberliegende Ufer zu befischen. Bisher wurde hier - außer in der ersten Nacht – keine Rute abgelegt. Auf nur 1m Wassertiefe lege ich am Rand und an überhängenden Ästen eine Rute ab. Auf diesem Spot hatten sich die letzten Tage mehrmals Fische gezeigt. Ich bekomme kurz vor Dämmerung einen Vollrun auf dieser Rute! Der Fisch gibt alles, um unter die Bäume zu schwimmen. Mit einem nur 15lb starken Vorfach, 6er Haken und ziemlich weichen Mäulern vergehen die ersten Minuten des Drills für mich ziemlich stressig. Langsam kommt der Fisch Meter für Meter an unser Ufer. Viele Blasen an der Oberfläche bedeuten, dass der Gigant über dem Boden schwimmt und nicht hochkommt. Mittlerweile ist es dunkel und es sind sicher 15 Minuten, die bereits atemlos vergangen sind. Beim ersten Kescherversuch kommt der breite Rücken hoch und das Licht der Kopflampe beleuchtet einen Riesenfisch. Ich sage zu Wendy: „Das ist Alex!“ Ich bin nicht 100%ig sicher, aber so riesig wie der ist und noch dazu die markante Flosse…

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Wie immer hake ich den Fisch noch im Kescher aus und lege den Weigh Sling darüber und entferne den Kescher. So kann ich den Fisch direkt hältern und dann wiegen, ohne dass er eine Minute aus dem Wasser war. Meiner Meinung nach sollte dies für alle Gewässer Pflicht sein. Oft passieren Verletzungen genau hier. Viele Videos wurden hierzu bereits gemacht, aber ich sehe zu oft immer wieder Angler, die direkt nach dem Keschern den Fisch noch mit Haken im Maul aus dem Wasser heben. Und genau das geht oft schief. Bitte immer den Haken aus dem Maul nehmen, wenn der Fisch noch im Wasser ist! Das geht sehr einfach und der Fisch hat keinen Stress. Aber zurück zum Fang.

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Wendy schlüpft in ihre Watstiefel, holt die Waage und wir wiegen den Fisch. Die Waage pendelt von 20kg auf 25kg und schließlich 30,2 Kilo! Es muss Alex sein! Ich rufe schnell David an, der fünf Minuten später auf der Matte steht. Er bestätigt sofort, dass es Alex ist. Er gehört zu den Topfischen am Ribiere und normalerweise hat er ein Topgewicht von 34,5kg. Aber nach dem Laichen sind „nur“ noch 30,5kg übrig…was natürlich immer noch ein wahnsinniges Ergebnis ist! Was für eine Sitzung, auch wenn sie nur in „last minute“ gebucht wurde. Klar ist der Urlaub immer top, wenn man gut fängt und ein Rekordfisch im Kescher landet. Es folgen noch einige Fische bis Samstag, worunter auch ein Zeilkarpfen ist. Dieser war ein absolutes Highlight dieser Session. Endlich hatte ich bei meiner vierten Session auch einmal das Glück, dass alles passte. Mit den neuen Erfahrungen von dieser Session fahren wir im November zurück – natürlich mit vollstem Vertrauen.

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Möchtest du auch einmal am Ribiere fischen? Dann buch´ zeitig! Denn der See ist extrem beliebt. Ein Jahr im Voraus oder gar länger ist ein Muss.

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Ein spezieller Dank gilt Sascha und Sarah – wir wiederholen nächstes Jahr den Urlaub. Danke auch an David und Heidi für die wunderbare Gastfreundschaft. Danke an Thomas und Markus für die Tipps, auch an MTC Baits für die frischen und immer erfolgreichen Köder. Dank auch an Patrick von PK Baits Boots für deine technische Unterstützung vor Ort bezüglich der GPS Möglichkeiten und last but not least an Wendy! Sorry, dass ich dich fast jede Nacht wecken musste, damit du Bilder machst…

Jeroen

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